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Auswirkungen des Hochwassers auf Bäume


Die Nachrichten zum Hochwasser im Juni beinhalteten vor allem menschliche Schicksale. Viele verloren ihr gesamtes Hab und Gut, die Flut hat abermals Schäden in Milliardenhöhe verursacht. Weniger Beachtung schenkte die Presse jedoch den Auswirkungen auf die Natur – landwirtschaftlich bewirtschaftete Flächen ausgenommen. Dabei stellen die Wasserfluten für einige Baumarten eine Gefahr dar, die nicht zu unterschätzen ist.


Auwälder – regelmäßig von Überflutungen betroffen

Der Waldbestand in Auen ist vor allem im Frühjahr und im Sommer regelmäßig von Überschwemmungen betroffen. Klimaforscher gehen davon aus, dass diese Flächen in Zukunft noch häufiger unter Wasser stehen werden und dass die Gefahr von Hochwasser stetig zunimmt. Die Bezeichnung „Jahrhunderthochwasser“ dürfte in Zukunft seine Bedeutung verlieren. Untersuchungen zur Hochwassertoleranz der Bäume sollen zeigen, welche Baumarten von den Wassermengen bedroht sind und welche Konsequenzen für die Aufforstung beziehungsweise den Umbau überschwemmungsgefährdeter Flächen zu ziehen sind.


Maßnahmen zum Hochwasserschutz

Die bayerische Staatsregierung hatte nach dem Frühjahrshochwasser von 1999 ein Aktionsprogramm beschlossen, bei dem die Bildung natürlicher Rückhalteräume eine wichtige Rolle spielt. Dazu gehören unter anderem Flutpolder, Rückhaltebecken und Deichrückverlegungen. Alle Maßnahmen beziehen die Überflutung von Wäldern ein. Zudem ist für viele Überschwemmungsgebiete eine Aufforstung vorgesehen.

Flächendeckende Forschungsarbeiten für die Hochwassertoleranz von Bäumen gibt es in Deutschland nicht. Umfangreiche Untersuchungen fanden bisher vorwiegend in den Auenwäldern statt, zum Beispiel an der Oder und am Oberrhein. Diese Ergebnisse lassen sich allerdings aufgrund unterschiedlicher Standortbedingungen nicht auf alle Regionen in Deutschland anwenden. Damit die zukünftigen Überflutungsflächen mit Waldbestand einen sicheren Schutz gegen Hochwasser bilden, sind flächendeckende Untersuchungen der Bäume notwendig.


Überraschende Ergebnisse bei Umfrage in Bayern

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft führte 2008 eine Befragung von Waldeigentümern durch. Sie sollten auf einem Fragebogen angeben, wann und in welchem Umfang ihre Flächen von Hochwasser betroffen und welche Schäden an den Bäumen festzustellen waren. Dank der Angaben erhielt die Landesanstalt konkrete Aussagen zu etwa 25 Baumarten.

Es hat sich herausgestellt, dass alle Waldbaumarten in Bayern vom Hochwasser betroffen sind. Die meisten Waldbesitzer machten Angaben zu typischen Vertretern des Auwaldes, zum Beispiel zur Esche, zur Weide und zur Pappel. Überraschende Ergebnisse lieferten jedoch Arten, die in Auwäldern nur selten vorkommen. Fichte und Buche gehörten laut Aussage der Waldbesitzer zu den am häufigsten von Hochwasser betroffenen Bäumen. Auch Nadelbäume wie die Kiefer, die Tanne und die Lärche stehen zahlreich in Überschwemmungsgebieten.

 

 

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Überflutungsdauer hat deutliche Auswirkungen

Wenig überraschend zeigten sich die typischen Auwaldbäume wie Schwarzerle, Weide und Pappel als besonders hochwasserresistent. Eine mittlere Toleranz weisen Spitzahorn, Esche und Eiche auf, während Kiefer, Buche, Bergahorn und Fichte nur eine geringe Toleranz besitzen. Eine starke Veränderung dieser Zuordnung bewirkt jedoch die Dauer der Überschwemmung. Beträgt sie zwei Wochen oder mehr, tragen alle Baumarten deutliche Hochwasserschäden davon. Die Höhe des Hochwassers ließ hingegen keine Auswirkungen auf die Bäume erkennen.

Die Baumarten innerhalb der drei Toleranzgruppen wiesen ebenfalls unterschiedliche Ergebnisse auf. Weiden zeigten die höchste Toleranz, Schäden treten lediglich in Form von Vitalitätsverlusten auf. Pappeln und Schwarzerlen beweisen eine ähnlich hohe Resistenz gegen Hochwasser, die Angaben der Waldbesitzer beinhalteten jedoch auch einige Verluste, je nach Standort und Hochwasserdauer. Die Eiche wird zwar in die Gruppe der mitteltoleranten Baumarten eingeordnet, sie zeigt jedoch deutlich häufiger Schäden, die sich mit zunehmender Überflutungsdauer verstärken. Dieses Ergebnis hat die Landesanstalt überrascht, da die Literatur häufig von einer sehr hohen Überflutungstoleranz der Eiche spricht. Ähnlich überraschend waren die Ergebnisse für den Spitzahorn. Er zeigt eine ähnlich hohe Toleranz wie die Eiche, obwohl bisherige Aussagen in der Literatur behaupten, der Spitzahorn würde sehr empfindlich auf Hochwasser reagieren.

 

 

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Weitere umfassende Untersuchungen notwendig

Die Befragungen zur Hochwasserauswirkung auf den bayerischen Baumbestand haben größtenteils die geltenden Lehrmeinungen bestätigt. Sie haben jedoch auch einige wichtige Abweichungen offenbart. Obwohl die Fragebögen wichtige Hinweise zur Toleranz der Bäume liefern, können sie umfangreiche Felduntersuchungen nicht ersetzen. Um in Zukunft den Hochwasserschutz entsprechend der Belastbarkeit der Bäume umsetzen zu können, sind in ganz Deutschland umfangreiche Untersuchungen an betroffenen Bäumen notwendig.

1.7.13 16:35
 


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